Am 14. März finden in Baden-Württemberg Landtagswahlen statt.
Ein guter Zeitpunkt die Landtagsfraktionen in Bezug auf aktuelle Tierschutzfragen zu ihren Ansichten und Vorhaben zu befragen. Dazu hat der Landestierschutzverband einen ausführlichen Fragenkatalog ausgearbeitet und die Landtagsfraktionen und deren Landesparteien um Antworten gebeten.
Die einzelnen Stellungnahmen stellen wir Tierschutz-interessierten Mitbürgern hiermit gerne zur Verfügung.
Den Wunsch vieler Menschen nach einem tierischen Gefährten, der in Zeiten des Lockdowns Nähe bringt und für Abwechslung sorgt, hält an. Die Auswirkungen spüren und fürchten der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen Tierschutzvereine und Tierheime.
Zwei unserer Mitgliedsvereine haben bereits davon profitiert. Ermöglicht wurden so der Bau eines Katzenaussengeheges und geräumige „Hütten“ in Hundeausläufen.
Tiere sind keine Spontangeschenke - sie verlangen Zeit und Aufmerksamkeit, ihr ganzes Leben lang.
Der Landestierschutzverband rät besonders jetzt davon ab, sich unüberlegt Tiere zuzulegen. Lebende Tiere sind als Corona-Lückenbüßer oder Geschenkidee zur Weihnachtszeit nicht geeignet. Sie sind anspruchsvoll und verlangen jeden Tag Aufmerksamkeit, Zuwendung, Betreuung und Pflege. Ein Heimtier als neues Familienmitglied muss deshalb gut überlegt sein.
Nicht nur zu Weihnachten - Obdachlose und ihre Tiere
Was viele Menschen nicht wissen: Obdachlosen mit Hund stehen sozial etablierte Einrichtungen wie Wärmestuben, Suppenküchen und Obdachlosenheime für eine Übernachtung im Warmen nicht zur Verfügung, denn sie dürfen ihr Tier hierhin nicht mitnehmen. Das bedeutet für Herrchen/Frauchen und Hund, dass sie auch die kältesten Nächte draußen überstehen müssen.
Der aktuelle Entwurf des 4. Hochschulrechtsänderungsgesetzes sieht vor, in Lehre und Ausbildung keine allein zu diesem Zweck getöteten Tieren mehr zu verwenden, wenn gleichwertige tierfreie Methoden vorhanden sind. Allerdings wird dieser positive Ansatz, dem Tierschutz im Rahmen der Ausbildung mehr Geltung zu verschaffen, derzeit hitzig diskutiert. Tierschützer zeigen sich enttäuscht über die Blockadehaltung von Seiten der Wissenschaft und Politik.
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Baden-Württemberg kritisieren, dass der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk nach wie vor jegliche Verantwortung für die Schlachthofskandale im Land von sich weist. Der von ihm nun vorgestellte Maßnahmenplan „Tierschutz für Nutztiere in Baden-Württemberg“ birgt gute Ansätze, reicht aber nicht aus, um den Tierschutz wirklich voranzubringen. Kürzlich wurde, nach Gärtringen und Waldshut, in Biberach der dritte Schlachthofskandal in Baden-Württemberg in diesem Jahr bekannt.
Ein Anruf in der Geschäftsstelle des Landestierschutzverbands B.W. – „Bei unserer Imbissstube taucht immer wieder eine Katze auf, sie ist sehr scheu und mager, das Fell ist struppig. Sie sucht nach Essbarem. Können Sie helfen?“ Für den Landestierschutzverband und die angeschlossenen Tierschutzvereine sind solche Anrufe Alltag. Die meisten Menschen bekommen in der Region kaum solche herrenlosen, verwahrlosten Katzen zu sehen, da diese den Kontakt zu Menschen meiden und hauptsächlich nachts aktiv sind. Die Tierschutzvereine sind bemüht der Vermehrung der freilebenden Katzen durch Kastrationsaktionen entgegen zu wirken. Gemeinden können über den Erlass einer „Katzenschutzverordnung“ ebenfalls regulierend mitwirken, zögern aber leider mehrheitlich. Bislang haben sich erst zwei Gemeinden in Baden-Württemberg für eine Katzenschutzverordnung entschieden.
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Baden-Württemberg appellieren an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, auf ein Ende der Missstände in der „Nutztierhaltung“ und auf Schlachthöfen hinzuwirken. In einem offenen Brief kritisieren die Tierschützer, dass den deutlichen Tierschutzverstößen im Land nicht mit aller Kraft Einhalt geboten wird.