Mit dem Frühling beginnt die Brutsaison
von Redaktion LTschV-BW

Mit dem Frühling beginnt die Brutsaison

Jeder kann dazu beitragen unsere heimische Tierwelt zu erhalten. Nicht nur durch den eigenen naturnah gestalteten Garten, sondern auch durch besondere Vorsicht und Rücksichtnahme.
Tipps des Landestierschutzverbands: Zum Schutz von Nestern und Jungvögeln keine Sträucher und Hecken mehr zurückschneiden. Bei Ausflügen in die Natur bitte die Wege nicht verlassen und unzuverlässige Hunde an die Leine nehmen. Amphibien auf ihren gefährlichen Wanderungen zu den Laichgebieten schützen und vor tödlichen Fallen bewahren.

Der Frühling hat begonnen und die Tage sind bereits spürbar länger geworden. Das ist für viele Wildtiere das auslösende Signal mit der Brutzeit zu starten. Die Amphibienwanderungen haben begonnen und zahlreiche Singvögel bauen Nester oder sitzen bereits auf ihren Eiern.
Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, appelliert an alle Mitbürger*Innen deshalb eindringlich: „Natürlicher Lebensraum geht in unserem dichtbesiedelten Bundesland immer mehr zurück. Gleichzeitig setzt der Klimawandel unserer Natur und Tierwelt immer stärker zu. Insbesondere die einheimischen Insekten stehen unter Druck, weil sich die Wachstums- und Blühphasen der Nahrungspflanzen zunehmend verschieben. Umso wichtiger ist es, zu helfen, wo immer es möglich ist.“

Jeder kann etwas tun - Mitmachen ist einfach:
Derzeit machen sich viele Amphibien wieder auf dem Hin- und Rückweg zu ihren Laichgewässern. Um diese immer seltener werdenden Tiere - und auch ihre zweibeinigen Helfer - zu schützen, sollten Autofahrer in der Dämmerung und nachts an den bekannten Wanderrouten unbedingt langsam und vorsichtig fahren. An besonders frequentierten Stellen ist es sinnvoll, Straßenabschnitte über Nacht ganz zu sperren, um den gefährdeten Kröten, Fröschen und Molchen das Überleben zu sichern.
Eine weitere Gefahrenquelle sind tiefe Lichtschächte, Gullys oder sonstige Gräben, aus denen sich hineingefallene Tiere nicht mehr befreien können. Solche tödlichen Fallgruben sollten entweder mit Netzen oder Gittern abgesichert sein oder Ausstiegshilfen angebracht werden, bspw. durch ein nicht zu steiles Brett. Durch zusätzliche regelmäßige Kontrollen solcher Gefahrenstellen können festsitzende Lurche schnell wieder befreit werden.

Verantwortungsvolle Gartenbesitzer unterlassen im Frühjahr massive Schnitt- oder Rodungsmaßnahmen zum Schutz der dort lebenden Tiere. Nicht ohne Grund dürfen mit dem Beginn der Brutzeit und über den gesamten Zeitraum der Jungenaufzucht keine radikalen Baum- und Heckenschnitte mehr durchgeführt oder diese komplett entfernt werden. Um vor allem Nester zu schützen, sind nach Naturschutzrecht vom 1. März bis zum 30. September nur schonende Form- und Pflegeschnitte zulässig (BNatSchG § 39 Absatz 5 Satz 2). Echte Tierfreunde denken noch einen Schritt weiter, indem sie neben einem naturnahen Garten zusätzlichen Wohnraum schaffen und rechtzeitig Nistkästen und Wohnhöhlen anbringen.

Auch Menschen, die sich gerne in der Natur aufhalten, können viel für den Tierschutz tun. Um die Kinderstuben der Wildtiere möglichst wenig zu stören, lautet die oberste Regel für alle Wanderer, Jogger, Mountainbiker und Spaziergänger gerade jetzt: „auf den Wegen bleiben und nicht querfeldein laufen oder fahren“. Vor allem Hundehalter sollten in der Zeit der Jungtieraufzucht ihre Hunde besonders gut im Auge behalten. Wer sich nicht sicher ist, ob sein Hund zuverlässig folgt, in der Nähe bleibt und jederzeit abrufbar ist, sollte ihn besser anleinen.
„Schon durch ein wenig Mitdenken und Rücksichtnahme kann jeder und jede dazu beitragen, dass Wildtiere ihren Nachwuchs ungestört aufziehen können und die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Natur erhalten bleibt,“ so der Appell von Stefan Hitzler.

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