Verlust eines großen Tierschützers
von Redaktion LTschV-BW

Verlust eines großen Tierschützers

 

Mit Gerhard Käfer (* 25.04.37 - † 28.11.21) ist für Baden-Württemberg ein Pionier im Kampf für mehr Tierschutz gestorben. Der Vorstand des Landestierschutzverbandes, seine Mitglieder der landesweit derzeit 118 Tierschutzvereine und alle, die ihn über seine Tierschutzarbeit kennengelernt haben, trauern mit den Angehörigen. 

Am 28. November ist der ehemalige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg Gerhard Käfer im Alter von 84 Jahren in Karlsruhe verstorben.

Für Gerhard Käfer waren die zahllosen Aufgabenbereiche im Tierschutz und das Voranbringen des Tierschutzgedankens eine ganz persönliche Lebensaufgabe, der er sich u.a. in seiner 25-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des Landestierschutzverbands BaWü (LTSchV) in unermüdlichem Einsatz verschrieben hatte.

Stefan Hitzler, derzeitiger Vorsitzender des Landestierschutzverbands und Herbert Lawo, Ehrenvorsitzender und unmittelbarer Nachfolger Käfers als Verbandsvorsitzender, beide langjährige Weggefährten Käfers, sind über seinen Tod tief betroffen: „Solange wir ihn kannten, war Gerhard Käfer ein Vollbluttierschützer aus ganz persönlicher Überzeugung. Das Wohlergehen der Tierwelt, die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen aber auch die Rettung von Einzelschicksalen haben ihn stets angetrieben und zu neuen Ideen inspiriert. Dabei hat er nie das „große Ganze“ aus dem Blick verloren, die Natur in ihrer Gesamtheit so wenig wie die politischen Zusammenhänge und Möglichkeiten. Wir haben mit ihm ein Vorbild, einen Mentor und Freund und einen echten Pionier im Tierschutz verloren“.

Gerhard Käfer hat - sowohl mit seinem privaten Engagement als auch in seiner langen ehrenamtlichen Zeit im Landestierschutzverband Baden-Württemberg - maßgeblich dazu beigetragen, den Tierschutz landesweit nach vorne zu bringen. Seinem jahrzehntelangen unermüdlichen Kampf ist es u.a. zu verdanken, dass Tieren hierzulande inzwischen deutlich mehr Wertschätzung entgegengebracht wird und der Tierschutz auch innerhalb unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert bekommt.

Unter anderem hat Käfer durch Protestaktionen und hartnäckige Anfragen bei Landespolitikern die Aufnahme des Tierschutzes in die Landesverfassung maßgeblich vorangetrieben. Nicht zuletzt Dank seiner Initiativen werden seit dem Jahr 2000 Tiere „als Lebewesen und Mitgeschöpfe im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung geachtet und geschützt“. Damit wurde in BaWü bereits zwei Jahre vor der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz, das Ziel eines ethisch verantwortbaren Umgangs des Menschen mit Tieren verfassungsrechtlich manifestiert.

Mit der Mitbegründung des Vereins „NEULAND e.V.“ und dessen nachhaltiger Unterstützung ist es dem damaligen Verbandsvorsitzenden gelungen, ein deutliches Zeichen für die tiergerechte Haltung so genannter „Nutz“-Tiere zu setzen. Mit NEULAND konnte sich so eine echte Alternative zur konventionellen landwirtschaftlichen Tierhaltung in BaWü etablieren und dem bewussten Verbraucher neue Möglichkeiten eröffnen, auch in unserem Land tierische Produkte aus artgerechter Tierhaltung zu erwerben.

Gerhard Käfer war außerdem Gründungsmitglied des 1991 ins Leben gerufenen Tierschutzbeirats im Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz (MLR) und hat dort „auf oberster Ebene“ zahlreiche Tierschutzanliegen eingebracht.

Nicht zuletzt wurde der LTSchV unter Käfer immer mitgliedsstärker und gewann zunehmend an Bedeutung. Unter seiner Führung wuchs der LTSchV auf über 100 Mitgliedsvereine an, und die Öffentlichkeitsarbeit wurde über eine eigene Landesgeschäftsstelle in Karlsruhe weiter ausgebaut. Regionalveranstaltungen und eigene Fachseminare und Fortbildungen steigerten das Leistungsangebot für die Mitgliedsvereine genauso wie Finanzhilfen für den Ausbau von Tierheimen.

Nach einer behördlichen Wegnahme von Zirkuspferden und deren Übernahme durch den LTSchV begründete Käfer mit der verbandseigenen Pferdehilfe ein weiteres Auszeichnungsmerkmal des LTSchV.

Das alljährlich stattfindende dreitägige Jugendtreffen des LTSchV wurde ebenfalls in der Ära Käfer ins Leben gerufen und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Tierschutzjugendarbeit des LTSchV.

Auch privat hat Gerhard Käfer sich sehr für Tiere in Notlagen eingesetzt, unzählige Tiere aus hoffnungslosen Situationen gerettet und vielen bedürftigen Tieren ein neues Zuhause gegeben. In zahllosen Nachteinsätzen half er, entlaufene Tiere zu sichern oder auch frei lebende Katzen für Kastrationsaktionen einzufangen. Durch seine Praxiserfahrungen hat er nie den Anschluss zur Tierschutzbasis verloren und konnte so seine besondere Authentizität immer bewahren.

Stefan Hitzler und Herbert Lawo würdigen den Verstorbenen mit folgenden Worten: „Gerhard Käfer hat Bleibendes für den Tierschutz geleistet. Mit Gerhard Käfer ist für Baden-Württemberg ein großer Wegbereiter des Tierschutzes von uns gegangen, dem bis zu seinem Tod der Respekt für Tiere und deren Schutz Lebensziel war. Wir werden ihn als hochmotivierten und engagierten Tierschützer in Erinnerung behalten. Der Vorstand des Landestierschutzverbandes, seine landesweiten Mitglieder und alle, die ihn gekannt haben, trauern mit seinen Angehörigen.“

 

Gerhard Käfer, Ehrenvorsitzender des Landestierschutzverbandes BW e.V. und sein Engagement für den Tierschutz

 

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