Bitte keine Tiere zu Weihnachten verschenken
von Redaktion LTschV-BW

Bitte keine Tiere zu Weihnachten verschenken

Der Landestierschutzverband warnt eindringlich vor der Idee, Tiere als Weihnachtsüberraschung zu verschenken. Der Vorsitzende Stefan Hitzler empfiehlt stattdessen, sich vor Anschaffung eines tierischen Familienmitglieds gründlich zu informieren und beraten zu lassen.
Traurige Realität: Die jetzt bereits vollen Tierheime in Baden-Württemberg können sich vor Anfragen kaum retten und sind oft gar nicht mehr in der Lage alle nicht mehr erwünschten Heimtiere aufzunehmen. Vor allem die Suche nach Aufnahmeplätzen für „schwierige“ Hunde wird zunehmend schwieriger. Diese Probleme werden sich nach der Weihnachtseuphorie über die tierischen Geschenke weiter verstärken.

Die Vorweihnachtszeit bedeutet jedes Jahr aufs Neue für viele immer wieder die verzweifelte Suche nach geeigneten Geschenken. Manch einer kommt auf die Idee die Familie mit einem lebendigen Haustier zu überraschen. Vor allem wenn Kinder schon lange mit einem solchen Wunsch in den Ohren liegen. Oft wird dabei jedoch nicht bedacht, dass Tiere anspruchsvolle Lebewesen sind, mit arteigenen Ansprüchen und Bedürfnissen. Sie verlangen täglich viel Aufmerksamkeit, benötigen Auslauf und Beschäftigung und müssen gefüttert und versorgt werden. Und dies ihr gesamtes Leben lang.

Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbands, warnt deshalb eindringlich, diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Tiere sind keinesfalls geeignete Überraschungsgeschenke - schon gar nicht für kleine Kinder. Die Aufnahme eines tierischen Familienmitglieds muss gut überlegt sein und mit allen in der Familie abgestimmt werden. Außerdem sollte man sich unbedingt im Voraus gründlich informieren, was mit dem neuen Mitbewohner zusätzlich alles an Aufgaben und Verpflichtungen ins Haus kommt und wer diese Verantwortung übernehmen wird.“ Gleichzeitig weist Hitzler darauf hin, dass Tiere nicht nur sehr viel Zeit beanspruchen, sondern auch erhebliche Kosten verursachen können. Neben Futter und diversem Zubehör kommen Tierarztkosten hinzu, die vor allem im Krankheitsfall sehr schnell extrem teuer werden können.

In den Tierheimen zeichnen sich derzeit die Folgen von unüberlegten Tierkäufen dramatisch ab. Tagtäglich kommen Anfragen von Tierbesitzern, die ihre Tiere nicht mehr halten können oder wollen.
Bei Hunden sind inzwischen häufig Beißvorfälle der Abgabegrund. Ebenso werden Altersprobleme oder gesundheitliche Einschränkungen der Tiere bzw. die damit verbundenen teuren Medikamente bzw. hohen Tierarztkosten angeführt. Aber auch die derzeitig stark gestiegenen Lebenshaltungskosten zwingen manchen Tierhalter dazu, sein Tier aus finanziellen Gründen abzugeben.
Viele Tierheime sind den unzähligen Anfragen schon nicht mehr gewachsen und bereits am Rand ihrer Aufnahmekapazitäten angekommen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Tierheime im Land derzeit selbst um ihre eigene Existenz kämpfen müssen.
Stefan Hitzler bereitet die derzeitige Lage in den Tierheimen deshalb große Sorgen. Die Leidtragenden sind allerdings vor allem die Tiere.

Deshalb appelliert der Landestierschutzverband schon jetzt eindringlich an alle Geschenke-Suchenden:
Bitte zu Weihnachten keine lebendigen Tiere verschenken. Wer ein Heimtier bei sich zuhause aufnehmen möchte, sollte sich im Vorfeld bei Tierheimen umschauen und dort informieren und beraten lassen.

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