Unsere Tierschutzpferde stellen sich vor

Unsere Tierschutz-Pferde stellen sich vor

Maggie

Name des Pferdes: Maggie
Rasse: Warmblut
Geschlecht: Stute
Geboren: ca. 1988
Beim Landestierschutzverband seit: 2020

Warum sie zum Tierschutzpferd wurde:

Maggie wurde von einem Veterinäramt aus schlechter Haltung beschlagnahmt. Da unsere alte Stute Pia uns kurz zuvor auf natürlichem Wege verlassen hat, durfte Maggie ihren Platz in der Pferdehilfe des Landesverbandes einnehmen.

Beschreibung/Charakter:

Aus der Ferne sieht man ein dünnes, struppiges Pferdchen - noch! Denn mit der Fürsorge und "Futter satt", die sie nun erhält, ändert sich das hoffentlich bald. Aus der Nähe leuchten einen dann zwei funkelnde Diamanten an - Maggies Augen, und aus ihnen die pure Lebensfreude. Maggie ist sehr menschenbezogen, es ist bei ihr nicht das leidige "Taschen-Kramen" nach Leckerli, sie will einfach dabei sein, ganz nah sein, im Mittelpunkt stehen und sie liebt es, gestreichelt und gekrault zu werden. Wenn sie könnte, würde sie vermutlich gerne im Wohnzimmer mit auf dem Sofa sitzen :-)

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Wir kennen Maggie noch nicht lange, sie scheint aus einer guten alten Zuchtlinie zu sein und war in jungen Jahren sicher einmal ein wunderbares Reitpferd. Jetzt ist sie einfach nur Pferd, eine würdevolle alte Dame und sie braucht erstmal ganz viel Essen und Zuneigung.

Ronja & Flicka

Name der Pferde: FLICKA  & RONJA
Rasse: Warmblut / Württemberger Warmblut
Geschlecht: Stute / Stute
Geboren: ca. 1990 / 1990
Beide sind beim Landestierschutzverband seit 2017

Warum sie zu Tierschutzpferden wurden:

Aus Gesundheitsgründen konnte der Besitzer der beiden die Versorgung und Finanzierung nicht mehr leisten. Aufgrund ihres hohen Alters war ein Verkauf der beiden Stuten nicht möglich. Die beiden hatten riesen Glück, denn kurz vorher waren in der Pferdehilfe des Landesverbandes zwei Plätze frei geworden.

Beschreibung/Charakter:

Flicka ist ein wahrer „Wonneproppen“, trotz ihres hohen Alters steht sie noch gut im Futter, hat sich in ihre neue Herde gut eingefügt und ist gleichermaßen entspannt im Umgang mit Menschen und Artgenossen.
Ronja hat ein reizendes und unkompliziertes Wesen, aber leider ein wesentlich schwächeres Nervenkostüm als Flicka. Obwohl auch sie sich in ihrer Herde sehr wohl fühlt und entspannen kann, bringen auch kleine Veränderungen sie schnell aus der Ruhe. Wer nervöse Pferde kennt weiß, wie schwer es oft ist, sie „rund“ und gut im Futter zu halten, auf den Rippen will einfach nichts drauf bleiben.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Flicka ist auch im Alter noch sehr stabil, eine würdevolle Dame. Ronja benötigt Spezialfutter, das ihr Kraft gibt. Ihr Immunsystem ist nicht mehr das Beste und man beginnt, ihr auch an Haut – und Haarkleid das Alter anzusehen. Nur ihre Augen – die sind nicht alt, in ihnen leuchtet das Leben.

PONY-QUARTETT

Name der Ponys: MORITZ / FLICKA / BUBI / MOGLI
Rasse: Mini-Shetty
Geschlecht: Wallach / Stute / Wallach / Wallach
Geboren (alle ca.) 1985 / 1990 / 1995 / 1986
Beim Landestierschutzverband seit: 2016

Warum sie zu Tierschutzponys wurden:

Die 4 Ponys gehörten einer alten Dame, die privat über 25 Jahre lang alte und „ausgediente“ Ponys in ihrer Ponyherberge betreute. Aufgrund eigener Gesundheitsproblemen war ihr die Versorgung dann leider nicht mehr möglich. Der Landestierschutzverband BW hat die Ponyherberge schon in den vorherigen Jahren finanziell unterstützt und die Ponys 2016 dann übernommen.

Beschreibung/Charakter:

Obwohl die 4 deutlich kleiner sind als die anderen Pferde in den großflächigen Ausläufen, behaupten sie sich mit voller Souveränität. In ihrer neuen Großherde, in der sie seit 2016 leben, fühlen sich alle sichtlich wohl – kein Problem, in der Liegehalle auch mal neben einem schwarzen „Riesen“ im Stroh zu dösen.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Moritz ist das älteste Pony. Da er ein gleichermaßen schlechter Esser wie Futterverwerter ist, bekommt er sein eingeweichtes Futter getrennt von den Anderen und es wird „gnädig übersehen“, wenn er danach noch einen Ausflug zum schon sprießenden Gras unternimmt. Er genießt seinen Sonderstatus sichtlich.
Bubi hatte als Jungpferd einen gebrochenen Kiefer. Dadurch hat er eine Fehlstellung des Gebisses und seine Zähne müssen regelmäßig durch den Zahnarzt gepflegt werden.
Flicka und Mogli haben die 25 Jahre beide schon deutlich überschritten, außer ein paar grauen Haaren mehr merkt man ihnen das aber nicht an.

Pia - unsere Methusalem-Stute hat uns am 06.04.2020 verlassen

Name des Pferdes: PIA
Rasse: Württemberger Warmblut
Geschlecht: Stute
Geboren: 1982
Beim Landestierschutzverband: 2004 - 2020

Wir sind sehr traurig, denn am 06.04.2020 hat uns unsere Pia für immer verlassen. Sie war das Pferd, das wir über die Pferdehilfe des Landesverbandes am längsten betreut haben  - und auch unser ältester Schützling. Sie wäre diesen Mai 38 Jahre alt geworden.
Es ist ungewöhnlich, dass ein Warmblutpferd so alt wird, trifft man ein Großpferd mit 30 Jahren ist man meist schon freudig erstaunt. Robustere Ponys hingegen erreichen weit öfter die "Mitte 30".

Pia ist ihren letzten Weg alleine gegangen, sie hat alle Entscheidungen für sich und so getroffen, wie es für sie gut war. Am Tag vor ihrem Tod hatte sie morgens leichte Kreislaufprobleme nach dem Aufstehen, den Rest des Tages verhielt sie sich aber normal. Ihr langjähriger Betreuer, der Pia sehr gut kannte, hat dennoch den Tierarzt verständigt. Da es ein Sonntag und Pia wieder fit war, wurde für den nächsten Tag ein Kontrolltermin vereinbart. Am nächsten Morgen lag Pia tot auf ihrem Paddock, friedlich und ohne Anzeichen von Kampf oder Schmerzen.

Dass Pferde ihren letzten Weg selbständig gehen kommt leider nicht so oft vor - weit häufiger liegen sie fest und schaffen es selbst nicht mehr aufzustehen, oder sie sind krank und ab einem gewissen Punkt ist es nicht mehr möglich, ihre Schmerzen zu lindern. Dann steht man als Mensch vor der Entscheidung den Tierarzt zu rufen und das Pferd einschläfern zu lassen. Es ist immer schwer zu beurteilen, ob eine solche Entscheidung in dem Moment und für das Pferd "die Richtige" ist. Daher ist es trotz der Trauer um Pia schön zu wissen, dass kein Mensch über Pias Ableben entschieden hat, sondern sie ganz alleine.

Run free, wunderbare Pia!

***   ***   ***

Warum Pia zum Tierschutzpferd wurde:

Finanzielle Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass Pia und weitere Pferde ihr ursprüngliches Zuhause verlassen mussten. Die jüngeren Pferde wurden alle verkauft, doch obwohl sie früher auf verschiedenen Turnieren geritten wurde, interessierte sich niemand mehr für die damals schon 21-jährige Pia.

Beschreibung/Charakter:

Pia ist ein grundsätzlich ruhiges, eher schüchternes Pferd, das mit Menschen und Artgenossen gleichermaßen gut klar kommt.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Ihre Alterserscheinungen sind jetzt allerdings nicht mehr zu leugnen, die alten Knochen knacken hörbar, wenn sie sich in Bewegung setzt und auch das Kauen klappt nicht mehr so gut. Der altersbedingt normale Gewichtsverlust wird durch entsprechende Zufütterung ausgeglichen. Pia teilte sich ihr „Rentnerdomizil“ mit einer alten Fuchsstute, welche leider Ende 2018 gestorben ist. Wir waren besorgt, ob Pia diesen Verlust gut verkraften würde. Kurz darauf spielten die Fäden des Schicksals uns "Larika" zu...

Larika

Name des Pferdes: Larika
Rasse:  Warmblut
Geschlecht: Stute
Geboren: ca. 1996
Beim Landestierschutzverband seit: 2019

 

Larika - Weihnachtsbrief 2019

 

Nevada

Name des Pferdes: NEVADA
Rasse: Quarter-Mix
Geschlecht: Wallach
Geboren: 1995
Beim Landestierschutzverband seit: 2004

Warum er zum Tierschutzpferd wurde:

Seine ersten 9 Lebensjahre waren geprägt von vielen Besitzer- und Ortswechseln. Bis zum Alter von 3 Jahren wuchs er ohne viel Bewegung, Licht und Spielgefährten auf. Er wurde an eine Hobbyreiterin verkauft, die sich liebevoll um ihn kümmerte und gut unterbrachte. Leider erlitt er einen schweren Sturz, der zu einer Halswirbelverletzung führte. Infolgedessen stolperte er beim Reiten wiederholt und stürzte sogar einige Male. Die Besitzerin konnte ohne zusätzliche Reitbeteiligung die Kosten für ihn nicht tragen und gab ihn an einen privaten Hof weiter. Dort ging es ihm gut, doch aufgrund finanzieller Probleme musste Nevada nach einiger Zeit wieder umziehen. Er kam nun in eine Herde, die ihn so traktierte, dass er innerhalb kürzester Zeit massiv an Gewicht verlor und von Bisswunden übersäht war. So wurde eine uns bekannte Pferdefreundin auf ihn aufmerksam, der Landestierschutzverband übernahm ihn und so durfte er ein letztes Mal umziehen. Seit 2004 lebt er in einer ruhigen Herde, fühlt sich pudelwohl und längst sind seine psychischen und physischen Wunden verheilt!

Beschreibung/Charakter:

Nevada ist ein sehr anhängliches Pferd, der nicht nur mit seinen Artgenossen gut auskommt, sondern der auch die Gesellschaft lieber Menschen, die sich um ihn kümmern genießt – sogar dieser Wunsch ging an seinem jetzigen Platz für ihn in Erfüllung.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Mit der Ataxie der Hinterbeine aufgrund der alten Verletzung der Halswirbel kommt Nevada gut zurecht, Schmerzen hat er dadurch keine. Natürlich wurde er seit 2004 nicht mehr geritten.

Wicky

Name des Pferdes: WICKY
Rasse: Shetland-Pony
Geschlecht: Stute
Geboren: 2000
Beim Landestierschutzverband seit: 2000

Warum sie zum Tierschutzpferd wurde:

Wicky wurde als Fohlen, zusammen mit dem Ponyfohlen Leila, aus schlechter Haltung geholt. Sie war damals stark unterernährt und geschwächt.

Beschreibung/Charakter:

Wicky hat ein freundliches, aufgeschlossenes Wesen und ist, wie die meisten Ponys, sehr schlau. Besonders dann, wenn es um das Erreichen von Essbarem geht. Für das Überwinden von Zäunen auf saftige Weiden gibt es verschiedene Techniken, die sie bestens kennt. Das ist natürlich gar nicht gut, da aufgrund ihrer Rehe-Erkrankung die Fütterung kontrolliert erfolgen muss.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Wicky leidet unter chronischer Hufrehe, diese sind bei ihr eine Begleiterscheinung einer hormonellen Störung, dem sog. „Cushing Syndrom“, einer bei Pferden und Ponys leider immer häufiger verbreiteten Erkrankung. Glücklicher weise lässt sich die Krankheit durch Medikamente gut behandeln.

Leila

Name des Pferdes: LEILA
Rasse: Pony, Welsh-A-Mix
Geschlecht: Stute
Geboren: 2000
Beim Landestierschutzverband seit: 2000

Warum sie zum Tierschutzpferd wurde:

Leila wurde als Fohlen, zusammen mit dem Minshetty-Fohlen Wicky aus schlechter Haltung geholt. Sie war sehr krank und geschwächt, unterernährt und litt an Rachitis und Darmproblemen, so dass der Tierarzt ihr anfangs nur eine geringe Überlebenschance einräumte. Aber, die Dame wollte leben, sie hat es geschafft und hat nun ihren sicheren Platz bei der Pferdehilfe Baden-Württemberg.

Beschreibung/Charakter:

Leila ist ein sehr sensibles Pferd. Hektik und Stress verträgt sie gar nicht und mit Druck erreicht man bei ihr erst recht nichts. Wir sind froh, sie in einer Pflegestelle mit sanftem und ruhigem Umgang zu wissen, wo Leila entspannt und gut versorgt ist. Das besondere an Leila ist ihr rechtes, blaues Auge.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Leila leidet unter starkem Sommerekzem, einer allergischen Reaktion auf Stechmücken, die sehr stark juckt und ein Pferd veranlasst, sich die juckende Haut blutig zu scheuern. Mit Salbe wurden solche Scheuerstellen an Leilas Kopf versorgt. Um den Juckreiz zu minimieren trägt Leila im Sommer eine „Ekzemerdecke“ und eine „Fliegenmaske“, durch deren enge Maschen die Mücken nicht mehr stechen können. Eine Ekzemerdecke hält nur ca. 2 Sommer, bevor sie abgetragen ist und ersetzt werden muss.

Gina

Name des Pferdes: GINA
Rasse: Tinker-Mix
Geschlecht: Stute
Geboren: 1995
Beim Landestierschutzverband seit: 2003

Warum sie zum Tierschutzpferd wurde:

Gina wurde aufgrund untragbarer Haltungsbedingungen vom Veterinäramt beschlagnahmt.

Beschreibung/Charakter:

Gina ist eine hochsensible Stute mit einem lieben Wesen, die aber Wert auf einen sehr korrekten Umgang legt. Als sie zu uns kam kannte sie fast nichts und war extrem skeptisch. Seit der Landestierschutzverband sie übernommen hat, wurde ein leichtes Training mit ihr begonnen und sie lernt ausgesprochen schnell. Wenn ihr etwas Spaß macht, ist sie schnell zu begeistern, zeigt aber auch deutlich ihren Willen, z. B. wenn sie meint, dass das Training für heute genug ist.

Spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen:

Gina leidet unter Hufrehe und benötigt deshalb an den Vorderhufen einen orthopädischen Hufbeschlag. Doof findet sie die mit der Erkrankung verbundene strenge Diät: Auf die Weide darf Gina immer nur für begrenzte Zeit, denn größere Mengen frisches Gras würde bei ihr einen erneuten Reheschub auslösen, was nicht nur extrem schmerzhaft ist, sondern sogar tödlich enden kann. Wenn sie ihren Artgenossen auf der Weide vom grasfreien Hackschnitzelauslauf zusehen muss, findet sie das nicht gut und protestiert mit lautem Wiehern.

Informationsbroschüren finden Sie in der jeweiligen Rubrik verlinkt oder Sie können Papierexemplare bei uns beziehen: